Gebiete, Grenzen und Siedlungen seit 1967
Die meisten Staaten der Welt besitzen anerkannte und feste Grenzen. Der heutige Staat Israel, 54 Jahre nach seinem Erstehen, hat hingegen bis heute noch keine international anerkannte Grenzlinie. Eine Ausnahme bilden die Abkommen mit Ägypten und Jordanien, mit denen gegenseitige Friedensabkommen unterzeichnet und Grenzen festgelegt worden sind. Die Grenzen Israel mit Syrien und dem Libanon, wie auch mit den Palästinensern werden endgültig nur dann bestimmt, nachdem ein Friedensabkommen auch das Thema Grenzen und andere Meinungsverschiedenheiten und Streitpunkte zwischen Israel und seinen Nachbarn aus dem Weg geräumt hat. Grenzen eines Staates sind dazu da, seinen Bürgern physische Sicherheit zu geben, auch wenn nicht Friede herrscht. Darüber gibt es Meinungsverschiedenheiten, die das Volk in Israel seit 1967 teilt.
Seit 1948 und bis 1967 waren Judäa und Samaria (Jehuda und Schomron, die Westbank) unter jordanischer, die Golanhöhen war unter syrischer, und der Gazastreifen unter ägyptischer Kontrolle.
Nach Beendigung des Sechstagekrieges in 1967, kamen diese Gebiete unter die Verantwortung Israels, das für Ordnung und Sicherheit, sowie auch für ein geordnetes Leben in diesen Gebieten zu sorgen hatte. Es wurde begonnen, die zukünftigen Grenzen des Staates durch den Aufbau jüdischer Siedlungen in der Westbank massiv zu beeinflussen. Vor diesem Hintergrund verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Israel und den Palästinensern schnell. Das Ziel dieses Artikels ist die Kosten der heutigen Situation für Israel aufzuzeigen und die inneren und äusseren Kämpfe über die zukünftige Grenzziehung, ebenso wie den ideologischen Abgrund, der sich zwischen den einzelnen zionistischen Ideologien in Israel auftat, zu beschreiben.
(Beim Thema Gebiete, Grenzen und Siedlungen wird wiederholt der Ausdruck "Eretz Israel" verwendet. In den heutigen Tagen sind davon verschiedene Definitionen in Gebrauch, je nach politischem Standpunkt, doch grundlegend sind damit die biblischen Definitionen gemeint, die sich seit jeher unverändert bewährt und heutigen nationalistisch-chauvinistischen Auslegungen widerstanden hat. Mit Eretz Israel ist das Abraham von Gott versprochene Land (erstmals Gen 13, 14) gemeint, das in der Bibel verschiedentlich in vagen und uneinheitlichen Grenzen erwähnt wird. Es ist ein diffus definiertes Gebiet, das in verschiedenen Grenzen politisch realisiert oder als Idealzustand erträumt worden ist. Eretz Israel ist nicht dem heutigen Staat Israel gleichzusetzen. P.R.)


