Die Rolle der Religionen im Nahost-Konflikt 

Das Territorium des Staates Israels sowie der Palästinensischen Autonomiebehörde gilt als Ursprungsland der zwei Weltreligionen: Judentum und Christentum. Aber auch für den Islam ist das Land von grosser Bedeutung, insbesondere wenn es um die „Heilige Stadt“ Jerusalem geht. Daher ist es nicht erstaunlich, dass die drei genannten Religionen bereits lange vor der Gründung des Staates Israel eine entscheidende Rolle im Nahostkonflikt spielten. Häufig wurden dabei in Gegenwart und Vergangenheit religiöse Gefühle in einen nationalen Kontext gesetzt, und diese dienten als Legitimation bei der Formulierung von territorialen Ansprüchen. Konkurrierende Wahrheitsansprüche, rivalisierende Glaubensgemeinschaften und fanatische Religionsvertreter trugen und tragen nicht selten zu einer Verschärfung von Konfliktsituationen bei. Religion ist daher ein Faktor, den selbst säkular eingestellte Politiker aller beteiligten Parteien immer wieder bei ihrer Suche nach einer umfassenden Friedenslösung berücksichtigen müssen. Allzu deutlich wurde dies im Verlauf der letzten grossen Gesprächsrunde zwischen Israelis und Palästinensern im Sommer des Jahres 2000 in Camp David. Dort scheiterten die Verhandlungen an der Frage, wer die Kontrolle über die heiligen Stätten in Jerusalem haben solle.

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