Israel in den arabisch-sprachigen Medien
Der Nahost-Konflikt wird nicht mehr nur in den Shopping-Centers israelischer Städte oder den Strassen Ramallahs ausgetragen, sondern ebenfalls in den Zeitungen und Nachrichtensendungen der gesamten arabischen Welt. Mehr als zweihundert TV-Kanäle und unzählige Pressetitel stehen den Menschen zwischen Marrakesch und Bagdad zur Verfügung. Aber etwas eigenartiges lässt sich auf diesem gigantischen Medienbazar beobachten: Anstatt die Debatten über Missstände in den eigenen Ländern voranzutreiben, beschäftigt man sich viel lieber mit den Missständen jenseits der Landesgrenzen. Und der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern steht da ganz weit oben auf der Agenda. Vor diesem Hintergrund wird gerne die Einheit aller Araber und ihre Solidarität mit den Palästinensern beschworen. Natürlich ist es das gute Recht und vielleicht sogar die Pflicht der arabischen Medienverantwortlichen, sich die palästinensische Sache zu eigen zu machen, doch erweist sich ihre Rolle darin als wenig konstruktiv. Denn es scheint unter den arabischen Journalisten eine Art Wettbewerb darüber zu herrschen, wer das schrillste Bild von Israel zeichnen kann. Dabei bedienen sie sich gerne mal aus dem Arsenal antisemitischer Mythen und Legenden. Aber viel bedeutsamer ist, dass es in der arabischen Welt kaum Pressefreiheit gibt und Zeitungen sowie TV-Sender oft am Finanztropf ihrer Regierungen hängen. Diese Beiträge spiegeln deshalb nicht selten auch die Meinung der jeweiligen Machthaber wieder. Und diese scheint zu lauten: Es gibt keine Möglichkeit für einen Frieden mit Israel.


