Die nicht-jüdischen Minderheiten Israels
Weit über eine Million israelische Staatsbürger sind keine Juden. Oder mit anderen Worten: Fast jeder fünfte Israeli ist ein Araber. Sie leben als moslemische, christliche oder drusische Minderheit im Staat Israel, der sich als Heimat für das jüdische Volk bezeichnet. Das ethnische und religiöse Puzzle wird ergänzt durch Beduinen, Tscherkessen und Armenier. Und obwohl die israelische Unabhängigkeitserklärung allen Bürgern des Landes, egal welcher Religion, Rasse oder Geschlecht, die gleichen Rechte garantiert, unterscheidet sich das Leben all dieser Gruppen doch in vielen Punkten von dem der jüdischen Israeli. Die arabischen Israeli stellen sich darüber hinaus seit der Staatsgründung die Frage: Sind sie nun eigentlich Israeli oder Palästinenser? Sollen sie sich als selbstbewusste palästinensische Minderheit innerhalb des israelischen Staates definieren und an seinen Institutionen partizipieren, oder aber betrachten sie sich ausschliesslich als Bestandteil einer zukünftigen Nation Palästina und damit allein der arabischen Welt zugehörig? Ferner sieht sich Israel mit den selben Problemen konfrontiert wie alle übrigen Industrienationen: Mit dem wachsenden Wohlstand wurde das Land zur Destination von Arbeitsemigranten aus aller Welt. Heute leben mehr als 250.000 ausländische Arbeitnehmer in Israel – das entspricht ungefähr zehn Prozent aller Arbeitskräfte.


